Gesundheitsamt nicht nahe am Bürger? Zürcher Oberländer vom 30.10.07

Die Jungliberalen Illnau-Effretikon (JLIE) hinterfragen am jährlichen «Herbstputz» in Illnau die Bürgernähe der Stadtverwaltung. Sie werfen der Behörde Haarspalterei vor.

«Versteht die Stadtverwaltung dies als Bürgernähe, die sie sich ja gross auf die ‹Fahne› geschrieben hat?», fragte sich Gemeinderat Livio Piatti in einer Mitteilung. Am vergangenen Samstag an der Effretikonerstrasse in Illnau habe er sieben prall gefüllte Abfallsäcke liegen sehen, so die Mitteilung weiter.

Piatti hatte in der Vergangenheit im Grossen Gemeinderat eine Interpellation betreffend Optimierung der Abfallsammeltouren eingereicht und vermutet nun, dass der Unrat von der Kezo absichtlich stehengelassen worden war – nur gerade rund drei Meter vom offiziellen Sammelpunkt entfernt. Versehen seien die Säcke mit einer gelben Mitteilung, welche die Abfallverursacher darauf hinweise, dass die Säcke nicht mitgenommen worden seien, weil sie sich nicht beim offiziellen Sammelpunkt befunden hätten.

Aufgefallen ist dieser Sachverhalt den Jungliberalen, als sie am Samstag in Illnau ihre abfallfreie Zone anlässlich des Herbstputzes von Unrat befreit haben.

Gefundenes Fressen

Die Jungpolitiker der JLIE sind sich einig, so teilen sie mit, dass die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde die offiziellen Sammelpunkte respektieren und ihre Abfallsäcke nur an dafür vorgesehenen Orten deponieren sollten.

Dass die Stadtverwaltung oder das dafür zuständige Gesundheitsamt dies aber – bei derart kleinen fehlbaren Distanzen – auf diese Weise durchzusetzen versucht, finden sie klar am Ziel vorbeigeschossen. «Mit dieser Art der Belehrung macht das Gesundeitsamt die Leute nur wütend und erreicht überhaupt nichts», meinte Gemeinderat Philipp Wespi diesbezüglich. Schliesslich stellten solche zurückgelassenen Säcke ein gefundenes Fressen für Tiere dar, teilen die Jungpolitiker weiter mit.

Wunsch nach Toleranz

Die Jungliberalen sind der Meinung, dass die Verwaltung diese Säcke hätte mitnehmen und die Mitteilung zum fehlbaren Verhalten am Ort der Falschdeponierung hätte hinterlassen sollen. Die Partei wünscht sich vom Gesundheitsamt vermehrt echte Bürgernähe statt Belehrungen und Trotzreaktionen. (zo)

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