Die Suche nach Industrielandreserven, Tages-Anzeiger vom 09.10.08

Illnau-Effretikon hat zwar ausreichende Reserven an Industrie- und Gewerbeland. Verfügbar sind sie aber nicht. Das soll sich ändern.

Von Andreas Frei

Illnau-Effretikon. – Fast 68 000 Qua­dratmeter unbebautes Industrieland und gegen 52 000 Quadratmeter ebenfalls un­bebautes Wohn- und Gewerbeland gibt es in der Stadt Illnau-Effretikon – rein rech­nerisch mehr als genug für die kommen­den 15 Jahre. Bei näherer Betrachtung stimmt dieser Schluss allerdings nicht mehr, denn wie der Stadtrat festgestellt hat, sind diese Landreserven aus verschie­denen Gründen nicht beziehungsweise nur zeitlich verzögert verfügbar. DieseAusgangslage ist verständlicherweise un­günstig, wenn die Stadt neue Firmen an­ziehen möchte.

«Sofern die Verfügbarkeit der noch vor­handenen unbebauten Parzellen nicht ver­bessert werden kann, sind Möglichkeiten zur Einzonung zusätzlicher Flächen an ge­eigneten Standorten zu prüfen», schreibt der Stadtrat in seiner Reaktion auf eine Motion von Gemeinderat Stefan Thal­mann (JLIE). Grundsätzlich sei der Stadt­rat darüber erfreut, dass in Unterillnau und Effretikon mittelfristig eine erhebli­che Zahl an Arbeitsplätzen – vor allem im Dienstleistungsbereich – entstehen werde. Auch das Areal der Spinnerei Oberkempt­thal werde sich in absehbarer Zeit positiv entwickeln.

Mehrere Möglichkeiten geprüft

Was Neueinzonungen betreffe, habe das Bauamt schon gewisse Möglichkeitengeprüft, schreibt die Behörde. Übrigge­blieben sei ein Gebiet angrenzend an die heutige Industriezone Langhag. Dieses Gebiet entlang der Autobahn einfach zu verlängern, gehe aus verschiedenen Grün­den nicht. Stattdessen denke man an eine Ausdehnung in südöstlicher Richtung ins Büechli-Riet gegen die Rikoner-Strasse hin. Dieses Gebiet könnte mit einem An­schluss an die Kantonsstrasse im Bereich der QN-Bar direkt erschlossen werden.

Wie der «Zürcher Oberländer» gestern berichtete, wären die Landbesitzer grund­sätzlich gesprächsbereit, wollten aber mit­entscheiden können. Auch würden sie nicht beabsichtigen, das betreffende Land­stück vollständig zu verkaufen.

Nach Angaben des Stadtrates von Ill­nau- Effretikon wird der aktuelle Vor­schlag nun von der Planungskommission weiterberaten. Für eine Einzonung müsste auch noch der kantonale Richtplan ange­passtwerden.

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