Unterillnauer Dorfplatz soll wachsen, Tages-Anzeiger vom 15.07.09

Von Andreas Frei

Mit einem dringlichen Postulat will Philipp Wespi (JLIE) einen Anstoss für einen grösseren Dorfplatz in Unterillnau liefern.

Illnau. – Der Unterillnauer Dorfplatz an der Usterstrasse als Bijou zu bezeichnen, wäre vermutlich übertrieben. Der IllnauEffretiker Gemeinderat Philipp Wespi drückt dies in einem kürzlich eingereichten und gestern veröffentlichten dringlichen Postulat deutlicher aus: «Der kleine existierende Dorfplatz Unterillnau, welcher heute eingepfercht zwischen der städtischen Immobilie Usterstrasse 23 und der Nüsslibäckerei ein klägliches Dasein fristet, hat weder mit dem bisherigen Wachstum von Illnau mitgehalten, noch wird er sich in Zukunft dem neuen Gesicht von Unterillnau in sinnvoller Art und Weise anpassen können.»

Diesem Manko wollen Wespi und 16 Mitunterzeichnende quer durchs Parteienspektrum Abhilfe schaffen. Vorerst erwarten sie vom Stadtrat Aufschluss darüber, wie die unbefriedigende Situation verbessert werden könnte. Konkret soll der als zu klein eingeschätzte Platz vergrössert werden. Wespi schreibt: «Der neue, vergrösserte Platz soll Kontakt- und Begegnungsraum für die Bevölkerung werden, Platz für Anlässe und Feste jeglicher Art bieten sowie genügend oberirdische Parkplätze beinhalten.» Gerade mit der letzten Forderung dürfte der JLIE-Gemeinderat beim Gewerbe auf offene Ohren stossen. Mitte Juni hatten zehn Gewerbetreibende aus Illnau in einem offenen Brief mehr Parkplätze gefordert (TA vom 19.6.). Nach dem Willen der Gewerbler soll dafür das alte Landi-Gebäude an der Usterstrasse 23 abgerissen werden. Neue Überbauungen nicht isolieren

Just die gleiche Idee hatte Wespi selber Anfang September mit einer Interpellation auch schon aufs Tapet gebracht. In seiner Antwort vom Mai dieses Jahres hielt ihm der Stadtrat entgegen, dass die besagte Liegenschaft demnächst als schützenswert inventarisiert werde. Das Gebäude sei integraler Bestandteil des Unterillnauer Ortsbildes und müsse darum erhalten bleiben. Doch auch Wespi argumentiert mit dem Ortsbild. Schliesslich werde sich das Gesicht Unterillnaus durch die im Bau befindliche Überbauung «Station Illnau» und die Überbauung unweit des Gewerbegebiets ohnehin verändern. Da sei es wichtig, diese neuen Überbauungen mit einem Dorfplatz visuell zu verbinden, um nicht zwei isolierte Dorfzentren zu schaffen.

Auf die Ähnlichkeit seines dringlichen Postulats mit der früher eingereichten Interpellation angesprochen, räumt Wespi ein, dass diese nicht von Ungefähr komme. «Wenn das Parlament das Postulat überweist, wird der Stadtrat nicht umhin können, sich Gedanken zu machen», sagte er auf Anfrage. Ihm sei klar geworden, dass seine Interpellation von 2008 zu viele Details enthalten habe. «Das schränkte den Stadtrat wohl zu sehr ein. Nun soll er seine eigenen Ideen und die möglichen Optionen präsentieren.» Angst, dass es als Zwängerei aufgefasst wird, wenn er die Thematik nun erneut aufgreift, hat er nicht. «Ich will, dass es zu einer politischen Diskussion kommt. Ein Dorfplatz in Unterillnau ist ein echtes Bedürfnis – da soll man die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen», zeigt sich der Gemeinderat der Jungliberalen überzeugt. Kein Gewerbler-Sprachrohr

Die Unterstellung, er mache sich mit seinem Postulat zum Sprachrohr des Gewerbes, weist Wespi klar von sich. «Das Gewerbe will mehr Parkplätze. Ich will aber keine Parkplatzdiskussion führen. Ich setze mich für einen Platz ein, der Leben ins Zentrum bringt. Darauf würden zwar Kurzzeitparkplätze entstehen, das ist jedoch nicht mein Primärziel.»

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