Illnau-Effretikon: Junge auf dem Vormarsch,Tagesanzeiger vom 08.03.10

Die Illnau-Effretiker wählten neben den Bisherigen zwei bekannte Kandidaten von Jungliberalen und SP in den Stadtrat.

Von einem Vertrauensbeweis sprach der wiedergewählte Illnau-Effretiker Stadtpräsident Martin Graf (Grüne). Alle bisherigen Mitglieder des Stadtrats, die sich zur Wiederwahl stellten, schafften diese. Angesichts der 13 Kandidaten und Kandidatinnen, die auf einen Sitz im neunköpfigen Rat hofften, war die Ausgangslage spannend.

Sieben der neun Mitglieder kandidierten erneut. Von den sechs Herausforderern scheiterten Hans-Jürg Gehri (BDP), Andreas Hasler (GLP), Gabriela Münger (SVP) und Herbert Zimmermann (parteilos). Im Falle von Gabriela Münger mag dies erstaunen – ihre Partei legte im Grossen Gemeinderat deutlich zu. «Es waren Personenwahlen, und Philipp Wespi war für die Wähler verschiedener Parteien sehr gut wählbar – auch für SVPler», analysierte SVP-Präsident Urs Käppeli den Ausgang der Stadtratswahl.

Dies entspricht auch Philipp Wespis Einschätzung: «Ich habe viele Rückmeldungen von Jungen erhalten, die fanden, ihre Altersklasse müsse besser vertreten sein – ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit.» Er freue sich, dass sich an der Zusammensetzung des Stadtrats kaum etwas ändere, sagte der Jungpolitiker und betonte zugleich, dass man Jungliberale nicht mit Freisinnigen gleichsetzen dürfe. «Wir positionieren uns links der FDP – insofern bin ich der legitime Nachfolger von Charly Heuberger.» Polizeivorstand Heuberger (CVP) vertrat bisher im Gremium die Mittelparteien, tritt auf Ende der Amtsdauer aber zurück. CVP und EVP hatten keine eigenen Kandidaten aufgestellt.

Genau wie Wespi freute sich auch Salome Wyss (SP) sehr über ihre Wahl in den Stadtrat. Sie sei nun doch schon einige Zeit in der Politik, und auf das nun erreichte Ziel habe sie lange hingearbeitet. «Ich fange erst langsam an zu realisieren, dass ich es geschafft habe», strahlte sie im Stadthaus. Eine bestimmte Vorliebe für eines der beiden zur Disposition stehenden Ämter – das Jugend- und Sportamt oder das Polizeiamt – habe sie nicht. Gleich äusserte sich auch Wespi.

In die vielen Glückwünsche, welche die Wiedergewählten und vor allem die beiden neu gewählten Stadträte entgegennehmen durften, mischten sich am Nachmittag auch nachdenklichere Stimmen. «Geniesse diese Zeit, wenn du zwar schon gewählt bist, aber das Amt noch nicht übernommen hast», riet einer der Anwesenden Philipp Wespi. Auch Stadtpräsident Martin Graf liess keinen Zweifel daran, dass für die frischgebackenen Stadträte der Ernst des Lebens bald beginnen wird. «Egal wer welches Amt übernimmt – in beiden warten grosse Aufgaben», sagte er. Im Jugend- und Sportamt nannte Graf die Sanierung des Sportzentrums sowie die Kindertagesstätte Illnau und im Polizeiamt die neue Polizeiverordnung. «Auch sonst hat der Stadtrat viel zu tun, ich denke etwa an Illnau, wo die Gestaltung des Dorfplatzes sowie der Umgebung des Bahnhofs anstehen.» Insgesamt gehe die Arbeit die nächsten vier Jahre sicher nicht aus. [Andreas Frei]

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